Sozialismustag 2018

Sozialismustag 2018

10. November – Linkes Zentrum Aachen – Augustastrasse 69

Vor hundert Jahren erhoben sich die Massen in Deutschland gegen Krieg, Kaiser und Kapitalismus.
Die deutsche Revolution erreichte nicht nur den Sturz von Wilhelm II, sondern unter anderem auch den 8-Stunden-Tag, die Mitbestimmung im Betrieb sowie das Frauenwahlrecht. Eine grundlegende Gesellschaftsveränderung aber blieb aus.

Heute ist es drängender denn je, Widerstand aufzubauen und Alternativen zum Kapitalismus zu entwickeln. Kriege und Krisen, Umweltzerstörung und die Abschottung der EU sind nur einige der Gründe dafür. Wie vor 100 Jahren brauchen wir einen neuen Versuch, die Gesellschaft zu verändern, um die Bedürfnisse der Menschen statt Profite vorne anzustellen.

Dafür haben wir den SozialismusTag 2018 organisiert.
Komm vorbei, bring Dich ein, werd mit uns aktiv!

Programm
11:30 Uhr ★ Historischer Stadtrundgang
Marcus Hesse führt durch die Ereignisse des Revolutionsjahres 1918 in Aachen.
Treffpunkt: Ludwig Forum, Jülicher Strasse 97-109

14 Uhr ★ 1918 – Revolution in Deutschland: Wie Matrosen, Soldaten und Arbeiter*innen die Monarchie stürzten, beinahe die Macht eroberten und dann verraten wurden
Sie begann mit der Meuterei der Kieler Matrosen und breitete sich aus wie ein Lauffeuer, die Novemberrevolution 1918. Kriegsmüde und hungrig hatten die Menschen die Monarchie satt und bildeten im ganzen Land Arbeiter- und Soldatenräte. Überall diskutierten die Menschen über Sozialismus. Warum scheiterte die Revolution dann doch?

15:30 Uhr ★ Workshops
A) „Wer sich nicht bewegt, spürt seine Fesseln nicht“ – Rosa Luxemburg: Theoretikerin, Feministin, Revolutionärin
Sie ist eine der wichtigsten Personen der deutschen Revolution, entwickelte die marxistische Theorie weiter und kämpfte für Frauenrechte. Wir stellen ihr Leben und Wirken vor.
B) Revolution braucht Organisation – SPD, USPD, KPD: Über Arbeiterparteien, Verrat und Versuche, die Welt zu verändern
Immer wieder versuchte die Arbeiterbewegung, sich eine politische Organisation zu schaffen, so auch in den Revolutionsjahren 1918-1923. Aufstieg und Niedergang von SPD, USPD und KPD sind ein Lehrstück für die wichtige Frage: Wie organisiert sich die Arbeiterbewegung erfolgreich, welches Programm ist nötig?

18:00 Uhr ★ 1918-1968-2018 – Revolutionen: Kein Relikt der Vergangenheit! Wie wir heute die Gesellschaft verändern können
Die EU-Bürokratie lässt Menschen im Mittelmeer ertrinken, Meerestiere sterben qualvoll an Plastik, Kriege und Konflikte weiten sich aus. Unvorstellbare Armut auf der einen, extremer Reichtum auf der anderen Seite. Kapitalismus ist für das Gros der Menschen einfach nicht lebenswert.
Revolutionen wie die von 1918 sowie Revolten und Aufstände, wie es sie 1968 gegeben hat, zeigen, dass wir Verbesserungen erstreiten können. Was können wir aus diesen Bewegungen lernen? Was müssen wir anders machen?

Danach ★ Gemeinsamer Ausklang

Verpflegung
Essen und Getränke werden günstig angeboten.
Geld
Die Teilnahme ist kostenlos. Der SozialismusTag kostet uns jedoch viel Geld. Wir freuen uns über jede Spende!
Kinderbetreuung
Kann auf Wunsch organisiert werden. Bitte möglichst frühzeitig anmelden.

Nein zur Räumung!

RWE eskaliert im Hambacher Forst

Seit sechs Jahren ist der Hambacher Forst zwischen Aachen und Köln von Umwelt-AktivistInnen besetzt. Denn unter dem Wald lagert Braunkohle. Der Energiekonzern RWE möchte sie abbaggern und in Kraftwerken verbrennen. Dabei stören die AktivistInnen. Tausende Polizeikräfte versuchen seit Wochen, den Wald zu räumen.

Von Christian Walter, Aachen

Die Liste der Polizeioperationen ist lang, fast täglich kommen neue hinzu. Mal werden Barrikaden geräumt, mal wurde das „Wiesencamp“, eine von AktivistInnen genutzte Wiese am Waldesrand, gestürmt und zerlegt. Meist unter fadenscheinigen Vorwänden: Feuerlöscher wurden zu bombenfähigen Behältern erklärt, Plastikbecher, Toilettenpapier und zwei Dieselkanister als angebliche Basis für Molotov Cocktails konfisziert. BeobachterInnen und Presse wurden behindert, wer Polizeigewalt fotografierte oder filmte wurde nicht selten bedroht, bis die Aufnahmen gelöscht wurden.

Heute begann die Polizei mit der ersten „richtigen“ Räumung. Heißt: Erste Baumhäuser wurden angegriffen. Im Laufe der letzten Jahre wurden etwa sechzig davon errichtet, teils sehr hoch. Für die Räumung zog die Polizei Kräfte aus ganz Deutschland zusammen. Sie rechnet mit einem wochenlangen Einsatz in einem Ausmaß, wie es ihn in NRW noch nicht gegeben hat.

Braunkohle tötet
Das Rheinische Braunkohlerevier emittiert so viel CO2, dass es als größte CO2-Schleuder Europas gilt. Zudem werden giftige Stoffe wie Quecksilber, Schwefeldioxid und sogar Uran freigesetzt: Insgesamt 53 von der EU als giftig definierte Stoffe. Die Gesundheit von Beschäftigten und AnwohnerInnen leidet darunter.

Vor allem aber trägt das freigesetzte CO2 zur weltweiten Klimaerwärmung bei. Mit den bekannten Folgen: Mehr Extremwetter, steigender Meeresspiegel, Hunger und Flucht. Braunkohle ist einer der Motoren des Klimawandels.

Profite für Wenige
All das ist bekannt. Trotzdem wird der Wahnsinn nicht gestoppt. Denn hier geht es ums Eingemachte: Profite fürs Kapital.
RWE wird von der Landesregierung als relevant betrachtet: Ohne ihren (kurzfristig billigen) Strom würde die nordrhein-westfälische Industrie, vor allem die Stahl- und Chemiebranche, leiden. Und im Konkurrenzkampf mit anderen Unternehmen in Ländern, wo beispielsweise noch an Kohle- oder Kernkraft festgehalten wird, den Kürzeren ziehen.

Nachteile für Viele
Wenn das Rheinische Braunkohlerevier irgendwann mal stillgelegt wird (nach aktuellen Plänen von RWE und Landesregierung im Jahre 2045), wird dort der größte Binnensee Europas entstehen. Allerdings ein sehr dreckiger, denn im Wasser werden sich die freigesetzten Schwermetalle und andere Giftstoffe lösen. Schon viele Dörfer mussten dem Braunkohletagebau weichen. Auch jetzt gibt es weitere Umsiedlungen – oft unter Zwang, durch Enteignungen der AnwohnerInnen.

Ein Blick in den „Hambi“
Der Hambacher Forst, von AktivistInnen liebevoll „Hambi“ genannt, besteht seit der letzten Eiszeit und ist damit etwa 12.000 Jahre alt. Ende der 1970er Jahre wurde er vom RWE-Vorgänger Rheinbraun gekauft und immer weiter verkleinert. Heute sind noch etwa zehn Prozent der ursprünglichen 5500 Hektar übrig. Nach dem Willen von RWE sollen dieses Jahr 120 Hektar gerodet werden. AktivistInnen wollen dies verhindern und „um jeden Baum kämpfen“.

Kommt man in den „Hambi“, fallen sofort große Unterschiede zu anderen Wäldern auf. Derzeit wird man bereits auf der Anreise mit großer Wahrscheinlichkeit mindestens ein Mal von der Polizei kontrolliert, die sich wie eine Besatzungsmacht aufspielt. Das Gebiet wurde großflächig zum „Gefahrengebiet“ erklärt, damit hat die Polizei Befugnisse, wie sie eigentlich erst mit den geplanten Polizeigesetzen eingeführt werden sollen: Unbegründete Kontrollen und Platzverweise sind beispielsweise möglich. Bei diesen Kontrollen wurden schon Malfarben, Pinsel, Leinwände und vieles mehr konfisziert.

Im Wald selber ist es dagegen lebendig: Man trifft viele Menschen, von Bäumen hängen Transparente und Fahnen. Es gibt viele Bauwerke: Manche auf dem Boden, viele in luftigen Höhen. Es gibt mehrere „Baumhausdörfer“: Hier sind Baumhäuser nah beieinander gebaut und oftmals durch Seile miteinander verbunden, sodass man im Belagerungszustand nicht fest sitzt. Auf großen Wegen sind oftmals Barrikaden errichtet oder Löcher ausgehoben, um schweren Maschinen die Zufahrt zu erschweren. Man findet auch viele Kunstwerke und „Gedenkstellen“, die an zerstörte Baumhäuser oder gefällte Bäume erinnern.

Am Waldrand gibt es mit dem „Wiesencamp“ ein großes Lager mit Küche, Bibliothek, Versammlungsraum und vielem mehr. Auch hier wohnen viele Menschen. Im und am Wald hat sich eine lebendige Szene entwickelt, die nicht nur den Wald verteidigt und gegen die Braunkohle kämpft, sondern auch ein hierarchiearmes Leben ohne die Zwänge des Kapitalismus ausprobiert. Für Polizei und die bürgerliche Politik besteht damit ein „rechtsfreier Raum“, der nicht toleriert werden dürfe.

Solidarität
Damit gibt es zwei Gründe für die Herrschenden, die AktivistInnen zu hassen: Erstens, weil sie RWE den Zugang zur Braunkohle versperren. Zweitens aber auch, weil „rechtsfreie Räume“ die Autorität des Staates infrage stellen und nicht geduldet werden. Aber so einfach wird man die AktivistInnen nicht los.

Die Polizei schätzt, dass derzeit 150 bis 200 Menschen dauerhaft im und am Wald leben, unterstützt durch viele, die tageweise kommen. 150 bis 200 Menschen: Dagegen kann ein Heer von tausenden PolizistInnen mit Räumpanzern, Wasserwerfern, Hundestaffeln, Helikoptern, Drohnen, Hebebühnen, Kletterteams und heute laut einer twitter-Meldung unterstützt durch SEKs gut ankommen, auch wenn viele auf Baumhäusern, Plattformen oder in Erdlöchern ausharren. Es gibt aber eine breite Schicht von Unterstützung: Heute wurden zwölf evangelische und katholische PfafferInnen weggetragen, die eine Sitzblockade gegen die Räumung durchführten. Die lokale Initiative „Buirer für Buir“ führt seit Wochen eine Mahnwache am Waldesrand durch, als Anlaufpunkt und zur Verpflegung von AktivistInnen. AnwohnerInnen spenden Lebensmittel, Baumaterialien, Klamotten und Geld. Die Initiative „Aktion Unterholz“ mobilisiert bundesweit Menschen zur Unterstützung, „Ende Gelände“ führt Anfang und Ende Oktober Massenaktionen vor Ort durch, zu denen Tausende erwartet werden. Jeden Sonntag gibt es Waldspaziergänge, am letzten nahmen über 1100 Menschen teil. Darüberhinaus gibt es alle paar Tage Demonstrationen gegen Räumungsversuche oder Grundrechtsverletzungen, wo auch die NRW-LINKE mit prominenten Mitgliedern teilnimmt. Und: Die Mehrheit der Menschen in Nordrhein-Westfalen ist für einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle.

Die Besetzung im Hambacher Forst ist zum zentralen Symbol im Widerstand gegen die Braunkohle geworden. Damit ist es für die Herrschenden kein Kampf gegen einige Hundert AktivistInnen, sondern es geht um viel mehr: Um die Legitimität von Kohleabbau, um die Bedeutung eines der letzten Urwälder für das Ökosystem, um den Ausbau regenerativer Energien. Bei all diesen Fragen hat die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW wenig vorzuweisen.

Lügen und Hetze
Es gibt also in großen Teilen der Bevölkerung eine Sympathie für die AktivistInnen. Polizeigewerkschafter ziehen bereits Vergleiche zu Situationen, wie es sie bei den Kämpfen gegen die Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf, das Kernkraftwerk in Kalkar oder das Atommülllager Gorleben gegeben hatte. Um dem entgegen zu wirken, werden Gerüchte und Lügen gestreut und Hetze verbreitet.

Beispielsweise behauptete laut „Rheinischer Post“ ein anonymer führender Polizist, im Hambacher Forst gäbe es ein ausgeklüngeltes Tunnelsystem, in dem sich AktivistInnen tagelang verstecken und durch das GewalttäterInnen ohne Polizeikontrollen in den Wald geschleust werden könnten. Es würde Erinnerungen an die Tunnel des Vietkong im Vietnamkrieg wecken. Dieser Vorwurf ist so lächerlich, dass selbst die Polizei sich davon distanzierte. Aber fast täglich gibt es Sprengungen von angeblichen Sprengkörpern, die sich dann doch nur als Feuerlöscher herausstellen. AktivistInnen werden als gewalttätig dargestellt, obwohl die meiste Gewalt von Polizei und RWE-Securities ausgeht. Medien übernehmen Polizeiberichte meist ungeprüft. Stellen sich Vorwürfe als unwahr heraus, kommt mit viel Glück eine Klarstellung – aber nicht als Schlagzeile, wie die Hetze vorher.

Gewaltfrage
Tatsächlich haben die meisten AktivistInnen eine klare Haltung zur Gewaltfrage: Sie wollen durch ein hohes persönliches Risiko die Rodungsarbeiten so stark wie möglich behindern. Heißt: Barrikaden bauen, sich auf Baumhäusern oder Plattformen aufhalten, sich anketten. 2012 brauchten Polizei und Feuerwehr beispielsweise volle vier Tage, um einen Aktivisten aus einem Erdbunker zu „befreien“.

Dennoch kommt es immer wieder zu militanten Aktionen. Dabei sollen Steine, Zwillen, Pyrotechnik und Molotov Cocktails zum Einsatz gekommen sein, ein Polizist wurde im Krankenhaus behandelt. Natürlich darf man nicht alle Vorwürfe glauben, insbesondere nach dem sehr trockenen Sommer wären Molotov Cocktails im Wald extrem riskant. Trotzdem dürfte es der Realität entsprechen, dass eine Schicht von AktivistInnen zu militanten Angriffen bereit ist. Damit bereiten sie Polizei, RWE, der bürgerlichen Politik und hetzerischen Medien ein großes Geschenk. Neben dem Gewaltvorwurf haben sie fast keine haltbaren Vorwürfe, dafür nutzen sie diesen Vorwurf umso öfter, um die ganze Bewegung zu kriminalisieren.

Das darf weder von der massiven Gewalt durch Polizei und RWE-Securities ablenken, noch durch die strukturelle Gewalt, die durch den von RWE angeheizten Klimawandel ausgeht. Dennoch muss man klar sagen: Diese Minderheit gefährdet die ganze Bewegung. Die Szene der WaldbesetzerInnen verzichtet gleichzeitig auf einen Aktionskonsens, der die Gewaltfrage beantworten würde. Solche Maßnahmen widersprechen dem dort verbreiteten anarchistischen Ideal, denn sie schränken den individuellen Handlungsspielraum ein.

Klima vs. Jobs?
Einen weiteren Fehler begeht die Bewegung, weil sie die Sorge um die Jobs von RWE zu selten ernst oder wahrnimmt. Da gibt es Sprüche auf Transparenten wie „There are no jobs on a dead planet“ („Es gibt keine Jobs auf einem toten Planeten“). Damit wird suggeriert, man müsse sich entscheiden: Job und Wohlstand, oder Klimaschutz und ein nutzbarer Planet für kommende Generationen. Unter AktivistInnen hört man oft Verachtung für diese Leute, die durch ihre Arbeit persönlich für den Klimawandel verantwortlich seien. Die für RWE-Beschäftigte zuständige Gewerkschaft IG BCE fährt die gleiche Linie, nur aus umgekehrter Perspektive. Laut ihr wären durch einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle zehntausende Jobs bei RWE und Energieabnehmern gefährdet. Sie ist zuletzt mit 150 RWE-Angestellten nach Berlin gefahren, um vor der Tagung der Kohlekommission gegen einen schnellen Ausstieg zu protestieren.

Dabei leiden die RWE-Beschäftigten selber massiv unter der Kohleförderung: Unmittelbar durch gesundheitliche Gefahren. Und früher oder später werden die Jobs sowieso wegfallen – spätestens, wenn die endliche Ressource Braunkohle aufgebraucht ist.

Die Angst vor Job- und damit Einnkommensverlust ist für viele Menschen eine existenzielle Angst und muss ernst genommen werden. Linke und die Klimabewegung sollten Versuche unternehmen, mit den Beschäftigten zu kämpfen, und nicht gegen sie. Argumente gäbe es genug: Erstens sind jede Menge Arbeitskräfte nötig, um die Folgen des Braunkohleabbaus so gut wie möglich zu beseitigen, beispielsweise durch Aufforstungen. Auch werden deutlich mehr Menschen gebraucht, um den Ausbau erneuerbarer Energien voranzubringen. Viele derzeitige RWE-Angestellte sind bereits jetzt gut qualifiziert, andere müssten nachqualifiziert werden. Und nicht zuletzt sollte eine Arbeitszeitverkürzung bei gleichbleibenden Löhnen für alle verlangt werden – damit könnte nicht nur der Angst vor Jobverlust begegnet, sondern auch der Problem der Massenarbeitslosigkeit angegangen werden. Unter Mitarbeit von SAV-Mitgliedern hat die linksjugend [’solid] NRW einen Flyer herausgegeben, mit dem in der Klimabewegung für ein solches Programm geworben werden soll (siehe http://linksjugend-solid-nrw.de/3203/hambiflyer).

Beteiligt euch am Kampf!
Rund um den Hambacher Forst haben sich viele Fragen aufgetan. Hier geht es längst nicht mehr „nur“ um einen Wald. Hier geht es um die Zukunft der Braunkohle, um Klimaschutz, um die Verteidigung demokratischer Rechte. Unter massivem Druck musste RWE letztes Jahr auf Rodungen „verzichten“, auch dieses Jahr wurde zugesichert, mindestens zwei Wochen später als ursprünglich geplant zu beginnen. Würde der Kampf um den Hambacher Forst gewonnen, wäre das ein enormer Erfolg für die gesamte Klimabewegung und Linke und gleichzeitig ein Dämpfer für die NRW-Regierung und RWE. Deswegen ist es wichtig, sich zu beteiligen.

Bundesweit finden derzeit Solidaritätsaktionen statt. Am ersten und letzten Oktober-Wochenende wird das Bündnis „Ende Gelände“ größere Aktionen durchführen. Die Initiative „Aktion Unterholz“ koordiniert regelmäßig Aktionen.Vor Ort kann man sich rund um die Uhr engagieren. Infos gibt‘s auf den Webseiten ende-gelaende.org, aktion-unterholz.org und hambacherforst.org

Unsere Alternative zum Kapitalismus: Sozialistische Demokratie
Bei all diesen Kämpfen muss aber klar sein, dass man gegen Symptome kämpft, die das kapitalistische Wirtschaftssystem hervorbringt. Denn Konzerne müssen profitabel sein, um im Konkurrenzkampf zu bestehen. Bürgerliche Staaten schaffen ihnen einen möglichst guten Rahmen dafür. Dabei wird die Umwelt zerstört und ein Großteil der Menschen unterdrückt und ausgebeutet, während eine kleine Schicht im Luxus schwimmt. Man kann versuchen, dieses System mit Gesetzen und Vorschriften einzudämmen, aber die Grundzwänge Wettbewerb, Profit, Wachstum und in der Folge Ausbeutung und Unterdrückung bleiben bestehen.

Wir wollen das Problem an der Wurzel beseitigen und durch etwas besseres ersetzen. In einer sozialistischen Demokratie würde die Wirtschaft allen gehören und im Interesse von Menschen und Natur wirken. Auf dieser Basis könnten die nötigen schnellen Maßnahmen für Umweltschutz und gegen Klimawandel umgesetzt werden. Gleichzeitig könnten die riesigen Vermögen der Superreichen und Konzerne dafür genutzt werden, um Hunger und Armut zu bekämpfen. Dafür lohnt es sich zu kämpfen – und in Bewegungen zu werben. Wenn Du das auch gut findest: Mach mit bei der SAV!

Christian Walter ist Mitglied des LandessprecherInnenrats der linksjugend[’solid] NRW und der SAV.

Wie kann die Umwelt gerettet werden?

Wie kann die Umwelt gerettet werden?
Veranstaltung der SAV Aachen
Den meisten Menschen ist bewusst, dass wir unsere Umwelt schützen müssen. Forscher*innen warnen seit Jahren vor den Folgen des menschlichen Umgangs mit der Umwelt. Klimawandel, Artensterben und ein Ansteigen des Meeresspiegels sind schon jetzt zu beobachten und werden in Zukunft weiter zunehmen.

Trotzdem werden jeden Tag Wälder abgeholzt, Gewässer verunreinigt und die Luft verschmutzt. Und das nur, um höhere Profite für Unternehmen zu erzeugen. Umweltschutzgesetze und Abkommen sind nur in den seltensten Fällen wirksam, denn entweder greifen sie nur lokal, gehen nicht weit genug oder sind auf so lange Zeit ausgelegt, dass sie erst wirken würden, wenn es schon zu spät ist. Außerdem werden Gesetze umgangen, zum Beispiel indem Fabriken dorthin verlegt werden, wo es keine strengen Umweltschutzgesetze gibt. Die veranschlagten Strafen sind häufig niedriger als der zu erwartende Gewinn, weshalb es für Unternehmen lukrativer ist, sich nicht an die Gesetze zu halten.

Es ist klar, dass wir etwas ändern müssen. Und das möglichst schnell.

Deshalb wollen wir darüber diskutieren, was es für Alternativen gibt und wie eine sozialistische Lösung aussehen kann. Eine Lösung, bei der nicht die Profitgier einzelner, sondern das Interesse der Mehrheit über unsere Umwelt und unser Leben bestimmt.

Kommt zu unserem Treffen am 1.Oktober um 19:00 Uhr im Welthaus, An der Schanz 1 (Café Mundo)

Ein internationaler Blick auf die Russische Revolution

Info- und Diskussionsabend am Montag, 6.10. um 19h30 im Welthaus Aachen (An der Schanz 1, Erdgeschoss).

Wir beschäftigen uns derzeit intensiv mit der Russischen Revolution. Sie war dabei jedoch nie ein rein russisches Phänomen – im Gegenteil, in fast allen europäischen Ländern gab es starke revolutionäre Bewegungen zum Ende des Ersten Weltkriegs. Wir möchten uns die Russische Revolution im Kontext der europäischen und weltweiten sozialistischen Bewegung anschauen.

Wir werden dabei u.a. folgende Fragen behandeln:
- Welche internationalen Ursachen haben zur Oktoberrevolution beigetragen, welche internationalen Auswirkungen folgten?
- Welche Rolle haben Internationalist*innen in Revolution und Bürgerkrieg gespielt? Wie waren die konterrevolutionären Kräfte zusammengesetzt?
- Was sollten Sozialist*innen aus den Erfahrungen für Lehren ziehen?

AfD verstehen, um sie zu bekämpfen

Einladung zum Info- und Diskussionsabend am 30.10.2017

Mit 12,6 Prozent zieht die AfD als drittstärkste Kraft in den Bundestag. Trotz ihrer offen rassistischen und rechten Ausrichtung, konnte sie zu einer relevanten Partei aufsteigen. Durch einen „Anti-Kurs“ und oppositionelle Haltung erweckt die den Schein, eine Alternative zu dem Establishment zu bieten.

Doch ein kurzer Blick in ihr Programm beseitigt alle Zweifel: Die AfD ist rassistisch, sexistisch, prokapitalistisch und neoliberal – kein Unterschied zu den etablierten bürgerlichen Parteien. Sie möchte die Reichen entlasten und für Arme gibt es dann Privatisierung der Altersvorsorge und Krankenversicherung. Die Umsetzung ihrer Forderungen würde zur Verschlechterung der Situation der großen Mehrheit führen – nicht nur der der vermeintlichen AusländerInnen.

Warum kann eine solche Partei so viel Unterstützung bekommen? Gibt es einen Rechtsruck? Ist die AfD auf dem Weg, eine faschistische Partei zu werden? Welche Gefahren gehen von ihr aus? Und schließlich: Wie können wir AfD und rechte Hetze bekämpfen?

Diese und viele weitere Fragen wollen wir gemeinsam mit euch am 30. Oktober diskutieren. Unser Ziel ist es dabei, wirksame Strategien im Kampf gegen Rassismus und Rechtspopulismus und für ein gutes Leben für alle Menschen zu entwickeln.
Die Veranstaltung findet statt um 19:30 im Café Mundo vom Welthaus, Aachen (An der Schanz 1).

Alternative Stadtführung am 3.10.

Widerstand gegen den ersten Weltkrieg, Beteiligung an der Novermberrevolution, Klassenkämpfe in der Weimarer Republik und Widerstand im faschistischen Deutschland: Die Arbeiter*innenbewegung hat auch in Aachen manches zu bieten, was wenig bekannt ist. Viele traurige, aber auch lehrreiche Erfahrungen mussten gemacht werden. Es gibt aber auch amüsante Zeitdokumente – beispielsweise detailreiche geheimdienstliche oder polizeiliche Berichte über Arbeiter*innenversammlungen.

Wir wollen mit dieser alternativen Stadtführung einige Stationen der Arbeiter*innenbewegung in unserer Regionen besuchen.

Dazu treffen wir uns am 3.10. um 15:00 Uhr vor dem Eingang des Ludwig Forums in der Jülicher Straße 97-109.

Einführung in den Marxismus

Vortrag zur Einführung in den Marxismus von Fabian Lehr. (Sozialistische LinksPartei, Wien) am Montag, 2.10. um 19:30 Uhr im Café Mundo im Welthaus Aachen (An der Schanz 1). Interessierte sind herzlich eingeladen!

Wird Deutschland zum Polizeistaat?

Diskussionsveranstaltung am Montag, 14. August um 19:30 Uhr im Café Mundo im Welthaus Aachen (Erdgeschoss, An der Schanz 1)

Rund um den G20-Gipfel zeigte die Staatsgewalt ihre hässliche Fratze: Hunderte, vielleicht tausende Menschen wurden verletzt. Immer wieder kam es zu Prügel-Attacken aggressiver Polizeibeamter auf wehrlose Demonstrant*innen, erkennbare Journalist*innen und Anwohner*innen. In Teilen der Hamburger Innenstadt wurde das Demonstrationsrecht außer Kraft gesetzt. Es kam zu flächendeckender Überwachung und sogar zum Einsatz der Bundeswehr im Innern.

Das alles ist nichts Neues. Immer wieder übertritt die Polizei ihre Kompetenzen, insbesondere rund um große linke Mobilisierungen. Trotzdem spricht vieles dafür, dass derzeit mehr als das passiert.

Im Frühjahr diesen Jahres wurde auf Initiative des SPD-Bundesjustizministers Heiko Maas ein neues Gesetz beschlossen, mit dem Menschen für das Anrempeln von Polizist*innen mehrere Monate in den Knast gesteckt werden können. Die neue NRW-Landesregierung hat – mit der Unterstützung der AfD – dafür gesorgt, dass die Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte wieder abgeschafft wird. In Bayern können sogenannte „Gefährder“ künftig präventiv dauerhaft weggesperrt werden.

Entwickelt sich Deutschland zum Polizeistaat? Oder ist es das bereits? Warum rüstet der Staat eigentlich auf? Kann man sich dagegen schützen? Was bedeutet diese Entwicklung für künftige Protest-Bewegungen? Wie können demokratische Rechte verteidigt und ausgebaut werden?

Diese und weitere Fragen möchten wir gerne mit euch diskutieren.

Großbritannien: Die Corbyn- Rebellion

Diskussionsveranstaltung mit Roger Bannister, Socialist Party England
Montag, 28. August 2017 – 19:30 Uhr – Café Mundo im Welthaus Aachen (Erdgeschoss, An der Schanz 1)

Zehntausende stimmen bei Musikfestivals begeistert Hymnen für den Vorsitzenden der britischen Labour-Partei Jeremy Corbyn an. Man stelle sich vor, jemand in Deutschland würde bei Musikfestivals Martin Schulz zujubeln! Doch Corbyn ist nicht Schulz. Er steht für eine radikale Wende der Labour-Partei: Weg vom Neoliberalismus und hin zu einer Politik „For the many not the few“. Er fordert die Abschaffung der Studiengebühren, preiswerten Wohnraum, höhere Löhne und Verstaatlichungen. Über 300.000 Menschen sind seit der Wahl von Corbyn zum Labour-Vorsitzenden in die Partei eingetreten.

Sein Programm ähnelt in Deutschland dem Programm der LINKEN. Was können Mitglieder der LINKEN und von Linksjugend [’solid] aus der „Corbynmania“ lernen? Wird er sich in der Labour-Partei als Vorsitzender halten können oder ist der Aufbau einer neuen linken Partei über kurz oder lang nötig?

Roger Bannister war in den 1970/80ern Mitglied von Labour und wurde 1986 von den Parteirechten ausgeschlossen. Er war von 1993 bis 2016 Mitglied im Vorstand der zweitgrößten Gewerkschaft UNISON, ist heute aktiv in der Socialist Party und hat Jeremy Corbyn im Wahlkampf unterstützt.

100 Jahre Russische Oktoberrevolution ★ Veranstaltungsreihe in Aachen

100 Jahre Russische Oktoberrevolution ★ Veranstaltungsreihe in Aachen

Vor hundert Jahren gelang es in Russland unter den ArbeiterInnen und armen BäuerInnen der Führung der Partei der Bolschewiki, den ersten Arbeiterstaat der Welt zu errichten und auf einem Sechstel der Erde eine nicht-kapitalistische Gesellschaft zu errichten. Die Revolution in Russland beendete nicht nur den Ersten Weltkrieg, sondern löste auch eine Welle internationaler Aufstände und Revolutionsversuche aus, die allerdings überall scheiterten. Am Ende blieb die junge Sowjetunion alleine und aus Isolation und Armut entstand die Herrschaft einer privilegierten Gruppe, die im Stalinismus ihren Ausdruck fand und letztlich im Untergang dieses Systems vor mehr als 25 Jahren endete. Die Oktoberrevolution wird heute in den schwärzesten Farben geschildert. Wir wollen ergründen, was damals wirklich geschah, was erreicht wurde, warum der Stalinismus entstand und was wir heute daraus lernen können.

Die Veranstaltungen finden statt um 19:30 Uhr im Café Mundo (Erdgeschoss im Welthaus Aachen, An der Schanz 1)

21. August ★ Februarrevolution
Das Revolutionsjahr 1917 begann mit de Sturz des Zarentums, einer der ältesten Despotien der Welt. Aber der Kapitalismus blieb unangetastet und der Krieg ging weiter.
Wie reifte die Krise heran? Wie gelang es, das Zarentum zu stürzen? Wo stieß die neue bürgerliche Demokratie an ihre Grenzen? Kann es Demokratie auf Grundlage des Kapitalismus geben? Was können wir heute daraus lernen?

18. September ★ Vom Februar zum Oktober
Die Februarrevolution brachte kaum Verbesserungen für die einfache Bevölkerung. Immer wieder kam es zu Aufständen, Proteste und Streiks waren an der Tagesordnung. Die Bolschewiki konnten sich dabei als zuverlässige und ehrliche Kraft verankern.
Wie gelang es den Bolschewiki, die Mehrheit für sich zu gewinnen? Warum ist eine revolutionäre Partei wichtig? Was macht Rätedemokratie aus?

23. Oktober ★ Oktoberrevolution
Das Schicksal der Revolution entschied sich binnen weniger Wochen. Wir wollen den Weg zum Sieg der Arbeiterklasse in der Oktoberrevolution ergründen.
Wie verlief die Machteroberung der russischen ArbeiterInnen und BäuerInnen? War die Oktoberrevolution nur ein Putsch? Was erreichte die Revolution alles für die Massen? Mit welchen Widerständen waren die Bolschewiki konfrontiert?

13. November ★ Bürgerkriegszeit
Sowjet-Russland war isoliert, wirtschaftlich rückständig und wurde von allen Seiten mit Krieg überschüttet. Reaktionäre Kräfte versuchten alles, um ihre verlorengegangenen Privilegien zurück zu erobern und den Arbeiterstaat zu Fall zu bringen. Die Folge war ein bestialischer Bürgerkrieg.
Warum blieb die Revolution isoliert? Welche Rolle spielte die Sozialdemokratie in der deutschen Revolution von 1918? Wie schafften es die russischen ArbeiterInnen und armen BäuerInnen, sich gegen die Konterrevolution zu verteidigen? Was hatte das für Folgen für Sowjetrussland?

11. Dezember ★ Stalinismus
Nach dem Sieg der Arbeiterklasse im Bürgerkrieg war die sowjetische Wirtschaft am Boden, bitterste Not prägte den Alltag. In der bolschewistischen Partei gab es harte Flügelkämpfe über den richtigen Kurs, den letztlich die aufstrebende Bürokratie für sich entscheiden konnte.
Wie kam der Stalinismus an die Macht? Welche Auswirkungen hatte er? Warum ist der „Real existierende Sozialismus“ gescheitert? Welche Alternativen gab es? Was können wir für heute noch daraus lernen?